Phthalatfreien Vinylfolien

Bevor Sie sich mit unseren technischen Informationen vertraut machen, sei ein Wort in Sachen Marken- und Wettbewerbsrecht erlaubt. Die Lizenz der Lanxess Deutschland GmbH zur Verwendung des geschützten Markennamens Mesamoll® wird nur dann vergeben, wenn ein unabhängiges Institut 100% Mesamoll® II in Vinyl-Wassermatratzen mittels geeigneter Meßmethoden bestimmt hat.  

Damit kann der Verbraucher sicher sein, dass seine Wassermatratze frei von Phthalaten ist und nicht nur Spuren Mesamoll® hinzugegeben wurden. Achten Sie deshalb darauf, ob die Wasserkerne als "phthalatfrei" oder "frei von Phthalaten" bzw. "non-phthalate" gekennzeichnet sind.

Das Akva Vinyl

 

Akva verwendet eine seit Jahren bewährte, eigene Rezeptur aus etwa:

57% PVC
36% Weichmacher Mesamoll® II
 2% Soja Öl
 2% Wachse und Trennmittel
 2% Antioxidanten und Stabilisatoren
 1% blaues Farbpigment 

Die Folie hat eine Wandstärke von 0,56 mm und besteht aus zwei aufeinander laminierten 0,28 mm starken Folien. Durch die Lamination ist das Vinyl noch stabiler und weniger durchlässig. Hergestellt in Skandinavien, zertifiziert nach ISO 14001 Umweltmanagement und ISO 9001 Qualitätsmanagement

Warum Akva den Mesamoll® II Weichmacher verwendet

Damit sich der Schlafende im angenehm temperierten Wasserbett jedoch optimal entspannen kann, muss vor allem der Weichmacher in der PVC-Folie im Verborgenen Schwerstarbeit leisten. Phthalat-Weichmacher wie zum Beispiel DEHP oder DOP halten den Anforderungen des Einsatzorts Wasserbett nicht lange stand: Sie diffundieren aus der Folie heraus und belasten den Wohnraum mit – häufig deutlich zu riechenden – organischen Emissionen, werden durch Wasser herausgewaschen und dienen Mikroorganismen als Nahrung. All dies führt im Extremfall nicht nur dazu, dass die Wasserbettfolie im Laufe der Zeit schrumpft – um bis zu 10 Prozent –, sondern auch an Geschmeidigkeit verliert und schließlich versprödet.

Genau hier schafft der Lanxess-Weichmacher Mesamoll® II Abhilfe: Durch seine hohe Verseifungsbeständigkeit wird er bei Kontakt mit Wasser nicht hydrolysiert und bleibt auch unter ungünstigen Einsatzbedingungen da, wo er hingehört: In der Folie. Dies konnte auch in Freiluftbewitterungsversuchen in harschem Nordseeklima und in Florida-Bewitterungstests belegt werden: Während bei PVC-Folien, die mit DOP weichgemacht wurden, nach wenigen Jahren deutliche Abfälle in Zugfestigkeit und Bruchdehnung um bis zu 53% zu verzeichnen waren, die auf die Herauslösung des Weichmachers zurückgeführt werden müssen, blieben die Materialeigenschaften Mesamoll®-haltiger Folien nahezu konstant auf dem ursprünglichen, hohen Niveau.

Auch in der Produktion bietet Mesamoll® deutliche Vorteile: Durch seine gute Verschweißbarkeit im Hochfrequenz-Verfahren trägt es mit dazu bei, die Nähte der Matratzen, die sich bei manchen älteren Produkten mit den Jahren als Schwachstellen entpuppt haben, sicher auszuführen und obendrein sehr weich zu halten – was neben einem von Akva patentierten Eckschweißverfahren sehr zum gesteigerten Komfort beiträgt. 

Eindeutige Testergebnisse

Verseifungsbeständigkeit unter harschen Bedingungen bewiesen

Seine segensreiche Hydrolysebeständigkeit kann Mesamoll® II nicht nur im Wasserbett, sondern auch in harschen Bewitterungstests unter Beweis stellen. Während mit DEHP elastifizierte PVC-Folien bei fünfjährigen Freiluftbewitterungsversuchen und Florida-Bewitterungstests nach wenigen Jahren deutliche Abfälle in Zugfestigkeit und Bruchdehnung hinnehmen mussten, die auf Herauslösung des Weichmachers zurückzuführen sind, blieben die Eigenschaften von Mesamoll®-haltigen Folien lange auf konstant hohem Niveau.

So fallen Zugfestigkeit und Bruchdehnung von PVC-Folien, die mit dem preiswerten Standardweichmacher DEHP elastifiziert wurden, schon nach zwei Jahren Freibewitterung im Nordseeklima deutlich ab: Nach fünf Jahren liegen sie nur noch bei etwa zwei Drittel der ursprünglichen Werte, während sie bei Mesamoll®-Folien nahezu auf dem ursprünglichen Niveau verbleiben (Bild 5). Nach fünf Jahren im Floridaklima erreichen Prüfkörper mit DEHP nur noch 47% ihrer ursprünglichen Bruchdehungswerte, während mit Mesamoll® noch 83% des Ausgangsniveaus zu messen sind.

Dieser Befund korreliert mit Mikroskopaufnahmen, die von bewitterten und neuwertigen PVC-Folien angefertigt wurden: Während mit Phenol-Alkylsulfonsäureestern weichgemachte Proben über Jahre eine glatte Oberfläche behielten, zeigten unter anderem aus DEHP bestehende Folien unter dem Mikroskop durch den schleichenden Weichmacherverlust bald eine zerklüftete Struktur mit “Inseln”, in denen lediglich PVC und feste Rezepturbestandteile nachzuweisen sind (Bild 4).

Sauberes Wasser, saubere Luft

In Wasserbetten leisten Phenol-Alkylsulfonsäureester aber noch mehr, als “nur” zur dauerhaften Geschmeidigkeit und Sicherheit der Folien beizutragen. Ihre Verseifungsbeständigkeit sorgt auch dafür, dass die Füllung des Wasserbetts nicht zum Lebensraum von Mikroorganismen wird: Bakterien und Pilze, die sich von konventionellen Weichmachern wie zum Beispiel von DEHP ernähren können, finden im Mesamoll® keine Lebensgrundlage dto siehe Anmerkung oben zur Werbung. Darüber hinaus macht sich positiv bemerkbar, dass dieser Weichmacher auch von aggressiveren Reinigungsmitteln nicht angegriffen wird und selbst häufige Reinigungen – aus hygienischen Gründen ja erwünscht – nicht zur Verschlechterung der PVC-Oberflächeneigenschaften führen.

Auch die Balance zwischen Reißfestigkeit und Weichheit ist mittels Mesamoll® II auf sehr vorteilhafte Weise zu halten: Mesamoll®-Vinyl ist laut Akva trotz des nun zehn Prozent stärkeren Materials bei verbesserter Reißfestigkeit flexibler als andere PVC-Qualitäten – auch das steigert den Liegekomfort. Die Haltbarkeit des Folienmaterials wird bei Akva selbst in einem kombinierten Alterungs- und Belastungstest protokolliert - das Material hält 400% mehr Einflüsse aus, als phthalathaltige Standard Vinylfolien.

Schließlich und endlich verringert die geringe Migrationsneigung des Mesamoll® auch den Anteil an Weichmachermolekülen, die an die Bettwäsche und die Zimmerluft abgegeben werden, deutlich. Damit minimiert dieser Weichmacher die Belastung des Wohnraums mit Chemikalien auf sehr pragmatische Weise da, wo sie vermeidbar ist. Darüber hinaus entspricht Mesamoll® zum Beispiel der Spielzeugnorm DIN EN 71, zahlreichen Empfehlungen des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und wurde in die EU-Direktive 90/128 EEC aufgenommen – wichtig für einen Stoff, in dessen unmittelbarer Nähe man rund ein Drittel seines Lebens verbringt! Dies ist auch für Akva und seine Kunden ein zentrales Verkaufsargument: Das Unternehmen betrachtet seine Produkte ausdrücklich ganzheitlich und verwendet auch formaldehydfreie Spanplatten zur Fertigung seiner Bettgestelle.

Dabei muss Akva den Rückgriff auf einen umweltfreundlichen Weichmacher nicht einmal – wie leider allzu oft – mit Produktionsnachteilen erkaufen: Mesamoll® geliert schneller und bei niedrigeren Temperaturen als die meisten anderen Weichmacher, was die Verarbeitungszeit deutlich verkürzt und den nötigen Energieeinsatz bei der Produktion verringert. Bei Akva wird dieser Vorteil sogar zur Fertigung besonders weicher Schweißnähte genutzt.